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11 2026 – RUBRIKNAME 10 ARCHITEKTUR – 2026 ARCHITEKTUR EINES OFFENEN QUARTIERS 1. Architekt Christoph Pichler (Pichler & Traupmann Architekten) hat das RAIQA gemeinsam mit seinem Team als offenes Quartier gedacht. 2. Der sogenannte Hammerkopf ist eines der markantesten architektonischen Elemente des RAIQA – schwebend über dem öffentlichen Raum. 3. Das Atrium ist das Herzstück des RAIQA, in dem die frühere Tragstruktur des Hauses zur prägenden architektonischen Qualität wird. 4. Treppen und Brücken verbinden die Ebenen auf elegante Weise. 2 4 3 Mit dem RAIQA ist ein Haus entstanden, das Bestand neu interpretiert und sich zugleich zur Stadt hin öffnet. Architekt Christoph Pichler über das Atrium als räumliches Zentrum und die Idee eines dreidimensionalen Quartiers. Was war die architektonische Grundidee des RAIQA? Christoph Pichler: Im Grunde waren es zwei Ideen. Die erste war städtebaulich: Uns war die Beziehung zum Bozner Platz und ein möglichst großzügiger Durchgang zum Hauptbahnhof wichtig. Die zweite Idee war strukturell: Ein Teil der alten Hochhausstruktur sollte erhalten bleiben. Bei der Analyse haben wir erkannt, dass im ehemaligen Bankhochhaus eine außergewöhnliche Tragstruktur verborgen lag. Diese wollten wir freilegen und nicht wieder mit Funktionen füllen, sondern als Raum denken. Das heißt: Was früher verbaut war, wurde plötzlich zum offenen Zentrum? Genau. Wo früher Nutzungen untergebracht waren, entstand ein großer Leerraum, das heutige Atrium. Die Funktionen – Bank, Beratung, Hotel, Gastronomie – haben wir rund um diesen Raum organisiert. So wurde aus der alten Struktur ein überdimensionales Gerüst, das sich vom Erdgeschoss bis ins neunte Obergeschoss zieht. Wie wirkt dieser Raum heute auf Sie? Ehrlich gesagt immer noch überwältigend. Wenn man hineingeht und nach oben blickt, bis hinauf zum Glasdach, dann erlebt man einen Raum, den es in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt. Vor allem aber ist er nicht nur zum Anschauen da. Man kann ihn durchschreiten, über Treppen und Brücken erleben, mit den Liften durchfahren oder auf den Sitzinseln darin verweilen. Das RAIQA vereint Bank, Handel, Hotel, Gastronomie, Kunst und öffentliche Bereiche. Wie bringt man das architektonisch zusammen? Der Wettbewerb war genau darauf ausgerichtet, ein multifunktionales Quartier zu schaffen. Uns ist das gelungen, indem wir die unterschiedlichen Nutzungen klar gegliedert und zugleich logisch miteinander verbunden haben. Richtung Bozner Platz gibt es eher kleinere, kleinteilige Nutzungen, während die größeren Bereiche – Bank, Hotel oder Kunst – stärker mit dem Atrium verknüpft sind. Der Hammerkopf prägt die Silhouette des Hauses. Welche Idee steckt dahinter? Der Hammerkopf ist nicht aus dem Wunsch nach Spektakel entstanden, sondern aus seiner Funktion. Weil die Hotelzimmer um die Halle herum organisiert sind, wurde einer der Flügel aufgrund der benötigten Anzahl der Hotelzimmer einfach länger. Wir haben ihn nach Norden auskragen lassen – schwebend, damit darunter der Stadtraum frei bleibt. So entsteht unter ihm ein geschützter Platz, der sich für Aufenthalt und Veranstaltungen eignet, ohne die kleinteilige Nutzung zu stören. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im RAIQA? Eine zentrale. Ein wesentlicher Teil der bestehenden Tragstruktur wurde erhalten. Hinzu kommen der sorgfältige Umgang mit Bauteilen aus dem Bestand, Holzbau ab dem vierten Obergeschoss und eine durchdachte Energieversorgung im gesamten Haus. Wofür soll das RAIQA architektonisch stehen? Für Transformation. Für die Idee, dass man aus einem bestehenden Volumen etwas Neues schaffen kann, ohne es einfach zu ersetzen. Und dafür, dass Architektur nicht nur Gebäude formt, sondern Stadt, Bewegung und Begegnung möglich macht.| 1

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